Vom Genfer See zum Mittelmeer
La Route des Grandes Alpes – mit dem Rennrad über die Alpen
02.09.2024
Am 26.8.2024 starteten sieben Radler und Radlerinnen auf die blauweiße „Route des Grandes Alpes“. Der Startort Thonon-les-Bains wurde zum Teil mit dem Flugzeug angesteuert , zum Teil konnten aber auch schon wichtige Informationen von Tour-Käptn HaJü im BW-Bus gehört werden. Am Rande des wunderschönen Genfer Sees konnten dann Andrea und Tobias Krebs, Stefan Winter, Melanie Kroniger, HaJü Scharf, Eva Böde und Nicole Pál ein letztes Abendessen mit ausgeruhten Beinen einnehmen.
Am nächsten Morgen ging die wilde Fahrt über gut 700 km und 16.500 Höhenmeter los. Das erste Ziel war der bekannte Biathlon-Ort Le Grand Bornand. Der Weg führte zunächst komplikationslos über den wenig steilen Col de Gets. Der erste richtige große „Spaß“ erwartete das Bochumer Peloton am Col de la Colombière. Rollten wir anfangs noch in seichter Steigung, rief der Berg insbesondere auf den letzten drei Kilometern in Erinnerung, was es bedeutet, einen Alpenpass mit dem Rennrad zu erklettern. Steigungen über 10% und lange, gerade Rampen führten zum Gipfel. Dort oben wartete „Rettung“ in Form von HaJü, welcher sich immer super um die Verpflegung mit Kuchen und Orangina sowie um den Transport von wärmerer Kleidung für die Abfahrten kümmerte.
Jeden Abend gab es eine andere spannende Unterkunft, welche wirklich alle hervorragend waren. Von guten Hotelzimmer in bekannten Skiorten, bis zu romantischen „Murmeltierzimmern“ mitten im Berg war alles dabei.

Von Le Grand Bornand führte die Fahrt am nächsten Tag 129 km unter anderem über den Col Roselende weiter nach Val d‘Isere. Diese Königsetappe fuhren nur Melanie und Nicole komplett – alle anderen nahmen in unterschiedlichen Abschnitten das HaJü-Taxi in Anspruch. Kein Problem – das ganze sollte ja auch Urlaub sein!
So langsam kehrte Routine ein in das fixe Taschen-rein-ins-Hotel und morgens wieder zügig Raus-aus-dem-Hotel. Ohne die Französischkenntnisse von Andrea hätten wir wohl allerdings nicht in den schicken Doppelzimmern, sondern eher in schnarchbeschallten Kammern genächtigt!
So rollten wir morgens gut ausgeruht weiter Richtung Valoire über den Col Iseran und den Col du Télégraphe. Bei einer durchschnittlichen Temperatur zwischen 32 und 44 Grad (in der Sonne) waren wir an jedem Brunnen froh, zumindest unser Trikot oder auch den ganzen Kopf einzuweichen. Wenn das Trampeln bei dieser Hitze zu anstrengend wurde, suchte man einfach Tobi als Radelnachbarn auf, der uns immer wieder mit einer guten Geschichte ablenken konnte. Das war spitze! In dieser Gluthitze lief am dritten Tag auch HaJü zu großer Form auf und radelte einen großen Teil der Strecke. Am abschließenden Télégraphe wurde der Bus jedoch wieder voller – gut, dass es diese Möglichkeit gab!

Eine Traumauffahrt erwartete uns an Tag vier mit dem Col de Galibier. In wunderschöner Landschaft, auch jenseits der Baumgrenze, zogen sich die 18 km bis zum Gipfel. Dort oben wurden alle belohnt mit einer fantastischen Sicht auf zum Teil schneebedeckte Nachbarberge und epische Straßenbemalung, welche die großen Fahrer der Tour de France angefeuert hatte. Das Refuge Napoleon mitten im Berg war sicherlich der außergewöhnlichste und wunderbarste Übernachtungsort.
Die letzten drei Etappen brachten wir bei gleichbleibend heißen Temperaturen gutgelaunt hinter uns. Lediglich ein kleiner Regenguss, welcher die Temperatur binnen 20 Minuten von 40 auf 18 Grad sinken ließ, überraschte uns am Col de la Cayolle.
Ziel der siebten Etappe war sicherlich das Erreichen des Mittelmeeres in Menton. Die letzte wirkliche Hürde, der Col de Turini, war mit letzter Kraft genommen, danach gabs eine der vielen schönen Kaffee- und Kuchenpausen in Sospel.
Weitere 350 Höhenmeter trennten uns nun noch vom ersten Blick auf das Meer. Ein traumhaftes Gefühl, diese Tour, wenn auch mit ein paar Unterbrechungen, geschafft zu haben. Zur Belohnung köpften wir eine Flasche Champagner sitzend im ziemlich warmen Meer! Verdient!
Besonders beeindruckt haben Andrea und Tobi, welche erst im letzten Jahr das Rennradfahren für sich entdeckt hatten. Aber auch Melanie, welche die wenigsten Busetappen hatte.
Angekommen in Nizza gab es noch einen Faulenzertag am Strand und ein wunderbares Abschlussessen in den Straßen der Côte d‘Azure.






