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Platz 6 bei der Challenge Mitteldistanz-WM in Samorin

Vom Handball zum Triathlon

25.05.2022

Am 22. Mai fand die Challenge Triathlon-WM der Profis und der Altersklassen über die Mitteldistanz in Samorin (Slowakei) statt, für die sich BW-Triathletin Nicole Pál (AK45) bei ihrer ersten Langdistanz, dem Klassiker in Roth, im vergangenen Herbst mit einer guten Zeit und etwas Glück qualifiziert hatte.

Nach einer holprigen Anreise mit kurzfristig storniertem Flug kamen Nicole Pál und ihre Begleitung erst nach 23 Stunden am Samstagmittag in Samorin an, so dass Radmontage, Registrierung, Bike-Check-in usw. in kürzester Zeit erfolgen mussten. Nach dem Motto „Nimm jetzt einfach alles, wie es kommt“ versuchte Nicole Pál sich auf den Wettkampf zu konzentrieren und über die unerwünscht stressige letzte Vorbereitung hinwegzusehen.

Am Wettkampfmorgen wurden die Athleten von Sonnenschein und angenehmer Temperatur an der Donau erwartet. Die ca. 2 km lange Schwimmstrecke führte bis zur Wendeboje zunächst flussaufwärts. In der Startgruppe „Frauen ü40“, die nach den Profis als erste Gruppe ins Wasser durfte, ließ es sich ruhig und rhythmisch schwimmen, so dass Nicole Pál unerwartet früh, als vierte ihrer Altersklasse, das Wasser verließ. Die 93km lange Radstrecke ging flach und fast schnurgerade an der Donau entlang. Auf dem Hinweg wurden die Athleten vom zunehmenden Wind geschoben. Für die ersten 40km benötigte Nicole Pál somit nur knapp 58 Minuten. Entsprechend herausfordernd war der Rückweg. Kurz vor dem Wendepunkt registrierte Nicole Pál, dass sie sich weit vorne im Feld befand. Sie wechselte auf Platz drei vom Radfahren zum Laufen. Dass sie die Podiumsplatzierung auf dem abschließenden Halbmarathon nicht würde halten können, war zu erwarten. Die dritte Disziplin ist allgemein nicht ihr Favorit. Hinzu kommt ein größerer verletzungsbedingter Trainingsrückstand. So musste sie auf der anspruchsvollen Laufstrecke, die in vielen Kurven und Wenden zum Großteil über Wiese und Sand führte, drei Konkurrentinnen an sich vorbeiziehen lassen und kam nach 5:10:39 Std als sechste ihrer Altersklasse ins Ziel. „Hätte mir vorher jemand was von einer TopTen-Platzierung bei einer WM erzählt, hätte ich das vermutlich für einen Witz gehalten und gelacht. Damit hätte ich niemals gerechnet. Ich bin überglücklich“, kommentiert sie ihre Platzierung.

Nicole Pál, deren sportliches Zuhause eigentlich die Handball-Bundesliga war, hat erst mit 39 Jahren mit Triathlon angefangen. „Natürlich bin ich nicht untrainiert eingestiegen, weil ich ja mein Leben lang intensiv Sport getrieben habe – Radfahren lag mir, laufen musste ich beim Handball schon und mit dem Schwimmen stand ich zumindest nicht auf Kriegsfuß“, ordnet sie ihren späten Einstieg ein. „Dennoch ist die Teilnahme an solch einer Endrunde alles andere als selbstverständlich, und ich freue mich riesig darüber, auch wenn es sich vielleicht „nur“ um das weniger bekannte Pendant zum Marktführer Ironman handelt. Es macht mich glücklich, Triathlon als meinen Seniorensport, wie ich ihn augenzwinkernd nenne, für mich entdeckt zu haben. Die verschiedenen Distanzen und die Wettkämpfe an sich halten so viele Herausforderungen bereit, die ich nach dem Ende meiner Handballzeit einige Jahre lang sehr vermisst habe. Ich kann so ein zweites Sportlerleben jedem nur empfehlen!“